Gut Guggenthal: Es muss endlich wieder leben rein!

Wir sind entsetzt, dass die Geschichte Brauhaus Guggen-thal genau so geendet hat, wie wir es befürchtet haben – mit einer kompletten Zerstörung der Bausubstanz. Vor vollendete Tatsachen gestellt, ist uns GRÜNEN wichtig, dass hier keine einfallslosen Schachteln oder historisierende Zuckerlarchitektur für wenige Reiche entstehen, sondern wieder Leben nach Guggenthal kommt und ein mutiges Vorzeigeprojekt entsteht, das dieser einzigartigen Örtlichkeit würdig ist. Es braucht eine Mischung aus generationenübergreifendem Wohnen, Kleingewerbe, regionalen Versorgern des täglichen Bedarfs, Gastronomie, Freizeitangeboten und auch kommunalen Einrichtungen für die Bevölkerung. Dass die Gemeinde hier auf BürgerInnenbeteiligung setzen will, ist uns natürlich ebenfalls sehr recht.

Auch wenn aus heutiger Sicht die Rechtsverbindlichkeit einer solchen Beteiligung unklar ist (Privatbesitz), so sind die Eigentümer auch im eigenen Interesse gut beraten, sich auf diese öffentliche Diskussion einzulassen und die Wünsche auch zu berücksichtigen. So wie es die letzten Jahrzehnte abgelaufen ist, kann es auf jeden Fall nicht mehr weiter gehen. Die Revitalisierung der restlichen Gebäude muss natürlich ebenfalls Thema bleiben. Die Eigentümer wussten schließlich, worauf sie sich 2012 mit dem Kauf der seit dem Jahr 2000 denkmalgeschützten Gebäude einließen.

Hier ist das gemeinsame Auftreten aller Kräfte in der Gemeinde gefragt, transparente Informationen und keine Alleingänge! Das ist wichtig, um im Allgemeininteresse das Beste für die Bevölkerung herauszuholen.

Trotz Vorschlag, zukünftig gemeinsam bei diesem Thema vorzugehen, können wir die ÖVP Koppl (mit ihrer meist absoluten Mehrheit) nicht aus der Verantwortung für vergangene Fehlentwicklungen vor Ort entlassen. Es muss gesagt werden, dass sie mit ihrer verfehlten Raumordnungspolitik der Verwertung der Gustostückeln und Zerteilung des ursprünglichen Gesamtensembles Vorschub geleistet hat, wie u.a. die unzähligen großteils ungenutzten Gewerbeflächen an der Bundesstraße und andere leerstehende gewidmete Flächen. Diese sind – und das darf man auch sagen – Fehlwidmungen, die realistischerweise nie mehr rückgängig zu machen sind. Sie blockieren zudem eine sinnvolle Entwicklung an anderen Stellen in der Gemeinde. 

Doch selbst noch in der aktuellen Gemeindevertretungsperiode wurde (gegen die Stimmen der Grünen) eine neue Gewerbefläche von der Gemeindevertretung gewidmet, obwohl tausende Quadratmeter ungenutzt in unmittelbarer Umgebung an Gewerbegebiet brach liegen. Es handelt sich bei der Widmung übrigens um jene Fläche, auf der heute das Depot des Museums der Moderne steht. Dort wurde vom Bürgermeister als Baubehörde zudem eine seelenlose Betonschachtel neben dem Schlössl aus dem 17. Jahrhundert genehmigt. Gespür für historisch sensible Bereiche und den dörflichen Charakter schaut für uns einfach anders aus. Es bedarf hier dringend einer transparenten Gesamtstrategie für die Gemeinde – auch mit neutraler Unterstützung durch OrtsplanerInnen und ArchitektInnen, um Eckpunkte der Entwicklung in Guggenthal festzulegen! Auch wäre jetzt einmal der ideale Zeitpunkt für ÖVP-MandatarInnen über ihre eigene Mitverantwortung (freies Mandat!) nachzudenken.

 

Sensibilität und Fingerspitzengefühl für die Natur, diese einzigartige Lage, den ländlichen Charakter und die Örtlichkeit fehlen leider in der bisherigen Umsetzung. Darf man nun endlich auf Einsicht und Besserung aller Beteiligter hoffen?

Gleichzeitig möchten wir auch an den Naturschutz der Eisteiche vor Ort erinnern, der wohl aufgrund des heurigen Landtagswahlergebnisses schubladisiert wurde (Stichwort Natura-2000-Ausweisung). Davor konnte keine Einigung für einen Natura-2000-Schutz des höchst schützenswerten Gebietes erzielt werden. Vielleicht wäre auch das jetzt ein guter Zeitpunkt, die Grundeigentümer wieder ins Boot zu holen, um gemeinsam zu überlegen, wie man bei zukünftigen Planungen für sensible Bereiche einen sinnvollen Schutz erreichen kann. Hier möchten wir das Schreiben des Naturschutzbundes an den Bürgermeister ausdrücklich unterstützen.


Wir GRÜNE Koppl stehen für konstruktive und gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Anliegen. Gerade deshalb braucht es starke GRÜNE in der Gemeindevertretung.

P.S. Das Thema Gut Guggenthal ist nicht in einem Kauz-Artikel in seiner Komplexität beschreibbar. Deshalb werden wir diesen laufend unter blog.gruene-koppl.at ergänzen. Fragen oder Anregungen sehr gerne an kontakt@gruene-koppl.at.

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