Bestellung einer Ortsplanerin auf Kopplerisch?

Koppl hat offensichtlich also eine neue Ortsplanerin. Der interessante Aspekt daran: die Gemeindevertretung weiß nichts davon. Wie kann das sein? Eine Ortsplanerin ist eine zentrale Figur in der Raumplanung der Gemeinde, insofern ist es sehr verwunderlich, dass diese Entscheidung offensichtlich im stillen Kämmerlein getroffen wurde. Wer hat das entschieden? Der Bürgermeister? Die Gemeindeevorstehung? (– darf ich nicht sagen, leider Amtsgeheimnis!) Aber mit Sicherheit nicht die Gemeindevertretung. Eine solche Position einfach zu besetzen ohne den gewählten VolksvertreterInnen und der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, in Anhörungen den oder die beste/n Kandidat/in herauszufinden, das ist sehr verwunderlich. Verwunderlich auch, dass die bestellte Kandidatin Gutachten zur 380 kV-Leitung für die APG (Verbund) – und damit für die aktuelle Trassenführung – verfasst hat, deren Entgegnung nun die Gemeinden Koppl und Eugendorf viel Geld, Zeit, Energie und Nerven kosten, um diese zu verhindern. Auch wenn die Kandidatin (wie man von vielen Seiten vernehmen kann) inhaltlich und fachlich sehr versiert ist, finde ich, dass diese Vorgeschichte öffentlich diskutiert und abgewogen gehört.

Ich fordere eine der Bedeutung der Funktion angemessene öffentliche Ausschreibung und öffentliche Anhörungen der BewerberInnen. Das bereits aus dem Jahr 2002 stammende Räumliche Entwicklungskonzept der Gemeinde gehört dringend neu erstellt. Diese Neuerstellung ist die Grundlage der Gesamtentwicklung unserer Gemeinde für die nächsten 10–15 Jahre. Den Auftrag dazu (oder auch nur für Vorbereitungen/Erhebungen) im stillen Kämmerlein zu vergeben und dann noch mit jemanden mit so einer Vorgeschichte zu besetzen, ohne die Öffentlichkeit zu informieren, das ist – vorsichtig formuliert – sehr ungeschickt. Meine Zustimmung zum neuen Räumlichen Entwicklungskonzept wird unter anderem auch davon abhängen, wie diese zentrale Funktion ausgeschrieben und besetzt wird.

Ich wiederhole noch einmal, dass es mir nicht in erster Linie um die Person der Ortsplanerin geht oder deren fachliche Kompetenz, sondern v.a. wie diese Bestellung offensichtlich zustande gekommen ist und dass es aus meiner Sicht einfach notwendig ist, dass man sich als Gemeindevertreter für eine Entscheidung selbst ein Bild über die KandidatInnen und deren Vorgeschichten machen kann. Nämlich, um auch die entsprechende Möglichkeit zu haben, seine Zustimmung oder Ablehnung eines Beschlusses zur Bestellung öffentlich darlegen und begründen zu können.

GV Horst Köpfelsberger

Unterstütze Nature Alert!

Wie den Medien zu entnehmen war, hat der Naturschutzbund gemeinsam mit LUA, den Gemeinden Koppl und Eugendorf und den Bürgerinitiativen eine Beschwerde bei der EU-Kommission gegen das Land Salzburg wegen Nicht-Ausweisung von Schutzgebieten nach Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie eingereicht. Die Wirtschafts-Lobbyisten haben massiv in Brüssel interveniert, um diese strengen Schutzbestimmungen aufzuweichen. Allen, die an einer noch einigermaßen intakten Natur interessiert sind, sollte es ein Anliegen sein, das zu verhindern!

Endspurt im Kampf für die Umwelt: Noch bis Fr. 24.07.2015 haben Sie die Chance sich zu beteiligen!
Die Kampagne „Nature Alert“, die es EU-BürgerInnen ermöglicht, sich online für eine Beibehaltung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie in ihrer jetzigen Form auszusprechen, hat mittlerweile bereits über 450.000 UnterstützerInnen gefunden. Der bisherige Rekord von 145.000 TeilnehmerInnen an einem öffentlichen EU-Konsultationsprozess wurde damit um mehr als das Dreifache überboten.

Die Konsultation zu den beiden Richtlinien ist Teil eines „Fitness-Checks“, den die beiden Richtlinien derzeit durchlaufen. Umwelt- und Naturschutzorganisationen befürchten, dass dies zum Anlass genommen wird den Naturschutz in der EU zugunsten wirtschaftlicher Interessen abzuschwächen.

Die Kampagne „Nature Alert“ wurde von European Environmental Bureau (EEB), BirdLife, Friends of Earth Europe und WWF ins Leben gerufen und wird noch unter unten stehendem Link bis Freitag 24. Juli allen EU-BürgerInnen die Möglichkeit geben, sich für den Naturschutz in der EU zu engagieren.

https://www.naturealert.eu/de

Stoffwindeln als Alternative

Wir haben uns entschlossen unser viertes Kind mit waschbaren Windeln zu wickeln. Ich möchte euch ein wenig davon erzählen, damit ihr nicht wie wir zuerst viel Geld für die falschen Windeln ausgebt und euch erst dann eingehender mit der Materie beschäftigt.

Mit Stoffwindeln meine ich nicht nur die Windeln mit denen Kinder vor der Erfindung der Wegwerfwindeln gewickelt wurden, das Angebot ist seitdem stetig gewachsen. Verschiedenste Materialien (Baumwolle, Hanf, Bambus, Microfaser etc.) und vor allem die tollsten Designs werden inzwischen von vielen Herstellern angeboten. Übrigens ist die Anschaffung von waschbaren Windeln zwar am Anfang kostspielig, dafür erspart man sich dann viel Geld und bis zu 1.000 kg Windelmüll pro Kind.

Waschbare Windeln gibt es günstig auch gebraucht z.B. bei www.willhaben.at. Aber vorher unbedingt gut informieren, welches System man nutzen möchte! Ich habe mit TotsBots V3 Windeln begonnen, das sind Windeln aus Microfaser, die irrsinnig schnell trocknen… nur leider gibt das Material Flüssigkeit auf Druck auch wieder ab und das hat sich bei unserem Bauchschläfer und Tragetuchhocker als die absolut falsche Wahl herausgestellt. Wir sind in der Zwischenzeit bei einem Zwei-Höschen-System für die Nacht und einer Hybridwindel für den Tag gelandet und fahren gut damit.

Die wichtigsten Windelarten, die momentan am Markt sind:

  • Mehrteilige Windeln:zuerst wird eine saugende Windel geschlossen, darüber kommt eine Überhose. Die Windel wird gewaschen, die Überhose kann weiterverwendet werden. Dieses System sollte für die Nacht verwendet werden und eventuell mit weiteren Einlagen aufgestockt werden.
  • Komplettwindeln:die saugende Einlage und die Überhose sind fest verbunden, beides kommt in die Wäsche. In der Handhabung wie Wegwerfwindeln und somit auch für ungeübte Stoffwickler geeignet.
  • Hybridwindeln: in eine Überhose wird eine saugende Einlage gelegt. Die Einlage wird gewaschen, die Überhose weiterverwendet. Ein günstiges System in der Anschaffung.

Wichtig ist die richtige Pflege der Windeln, denn es darf nicht jedes handelsübliche Waschpulver verwendet werden, am besten die Spezialwaschmittel (sehr sparsam) verwenden. Außerdem dürfen viele moderne Windeln mit maximal 40–60 Grad gewaschen werden, da ist es umso wichtiger, das richtige Waschpulver zu verwenden.

In der Gesamtökobilanz sind übrigens laut Greenpeace die Stoffwindeln weit vorne, wenn man den Energie-, Wasser- und Holzverbrauch in der Herstellung der Wegwerfwindel mit berücksichtigt, einzig der Trockner ist bei waschbaren Windeln tabu, der ruiniert die Ökobilanz wieder (und manche Windeln dazu). (Nähere Infos z.B. www.stoffwindeln-oder-wegwerfwindeln.de)

Nachteil: Man braucht mehr Zeit, allerdings ist das bei entsprechender Planung vernachlässigbar. Auch tragen die Windeln mehr auf, d.h. dass auch größere Kleidung angesagt ist.

Zum Schluss lege ich euch Folgendes ans Herz: Bestellt euch doch ein Testpaket bei www.windelparadies.at  oder www.stoffwindelcompany.at  und testet erst einmal… Das macht Spaß und ihr bekommt einen Einblick in die vielfältige Welt der waschbaren Windeln. Übrigens: Es zahlt sich selbst bei einem älteren Kind noch aus, auf waschbare Windeln umzusteigen!

Wer sich mit dem Thema genauer beschäftigen möchte, der kann sich im Internet (z. B. www.windelwissen.de), bei youtube (z. B. https://www.youtube.com/user/newmamasworld) oder bei den verschiedenen Anbietern und Shops informieren. Oder gerne auch bei mir nachfragen. Aber Achtung! Stoffwindeln machen süchtig ;-).

Hinweis: Fördergutschein für ein Startpaket Stoffwindeln bei der Gemeinde erhältlich, dann kommt ein Startpaket auf etwa 150€ (www.verein-wiwa.at), je nach Hersteller.

P.S. Zugegeben: Für absolute „Notfälle“ (krankes Kind etc.) haben wir Reservewegwerfwindeln aus dem Drogeriemarkt, aber alles in Allem sind waschbare Windeln eine echte, ökologische Alternative.

– Doris Köpfelsberger